Wahlprüfsteine Sachsen-Anhalt 2026

24. August 2026

Sechs Parteien haben auf die gemeinsamen Wahlprüfsteine von Games & XR Mitteldeutschland und eSport Land Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026 geantwortet. Was sagen sie zu Games, XR und interaktiven Technologien? Unsere Auswertung betrachtet die Antworten insbesondere mit Blick auf Standortpolitik, Unternehmensfinanzierung, Innovationstransfer, Fachkräfte und Kulturwirtschaft

Welche Positionen haben die Parteien zu Games, XR und interaktiven Technologien?

Sachsen-Anhalt verbindet Kompetenzen aus Gestaltung, Technologie, Wissenschaft, Kultur und industrieller Anwendung. Games und XR verbinden kreative Produktion, digitale Geschäftsmodelle und technologische Innovation. Kompetenzen und Technologien aus diesem Bereich finden zugleich Anwendung in Industrie, Gesundheit, Bildung, Kultur, Tourismus und öffentlichen Aufgaben.

Im Vorfeld der Landtagswahl am 6. September 2026 wurden zehn gemeinsame Wahlprüfsteine an sieben Parteien versandt. Bis zum Redaktionsstand am 24. August 2026 haben Bündnis 90/Die Grünen, CDU Sachsen-Anhalt, Die Linke Sachsen-Anhalt, FDP Sachsen-Anhalt, SPD Sachsen-Anhalt und AfD Sachsen-Anhalt geantwortet. Von BSW Sachsen-Anhalt liegt bislang keine Rückmeldung vor. Die ursprünglich erbetene Rückmeldefrist war der 15. August 2026; für diese Auswertung wurden alle bis zum Redaktionsstand eingegangenen Antworten berücksichtigt.

Die vollständigen Originalantworten werden unverändert veröffentlicht. Die folgenden Kurzfassungen und Vergleiche sind redaktionelle Synopsen; sie stellen keine Wahlempfehlung und keine Bewertung der Parteien dar.

Fünf Themen stehen aus Games- und XR-Perspektive besonders im Fokus

  1. Standort & politische Verantwortung
    Wie werden Games und XR innerhalb der Landesregierung koordiniert – und welche Rolle spielen Landesstrategie, feste Zuständigkeit und Branchendialog?
  2. Finanzierung & Wachstum
    Wie werden bestehende Programme verzahnt und welche Instrumente adressieren Gründung, Prototyp, Produktion, Markteintritt und Unternehmenswachstum?
  3. Innovationstransfer
    Wie gelangen Games-, Simulations- und XR-Technologien stärker in Wirtschaft, öffentliche Aufgaben und regionale Anwendungsfelder?
  4. Fachkräfte & Gründungen
    Wie werden Hochschulkompetenzen mit Ausgründungen, Unternehmenskooperationen und langfristigen beruflichen Perspektiven im Land verbunden?
  5. Kultur & kreative Wertschöpfung
    Wie werden Games und XR als Kultur- und Ausdrucksformen, kreative Produktionen und Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft berücksichtigt?

Finanzierung und Wachstum auf einen Blick

Bei der Unternehmensfinanzierung zeigen die Antworten unterschiedliche politische Schwerpunkte. Die folgende Übersicht fasst ausschließlich die jeweils genannten Instrumente und Ansätze zusammen.

Partei Genannte Schwerpunkte
Bündnis 90/Die Grünen Bestehende MDM-, Innovations- und Gründungsförderung sichern und besser abstimmen; Bürokratieabbau; Unterstützung für Gründungen, Prototypenentwicklung und Markteintritt; bessere Vermittlung zu Wagniskapital und Innovationsförderung.
CDU Sachsen-Anhalt Bestehende Programme fortführen und weiterentwickeln; MDM und Investitionsbank enger verzahnen; Zugang zu Wagniskapital und passgenauen Darlehen über Landesbürgschaften erleichtern; Hochschulen, Start-ups und Mittelstand stärker vernetzen.
Die Linke Sachsen-Anhalt Games- und XR-Förderung der MDM langfristig absichern; stärkere Rolle der Investitionsbank; Regional-Investitionsfonds; Gründungs-, Digitalisierungs- und Innovationsprogramme besser verzahnen. Zusätzliche branchenspezifische Instrumente sind laut Antwort noch nicht ausgearbeitet.
FDP Sachsen-Anhalt Förderprogramme vereinfachen und zusammenführen; Bürokratie und Verwaltungsaufwand reduzieren; Medienförderung ausweiten, damit die Games-Branche stärker daran partizipieren kann.
SPD Sachsen-Anhalt Förderangebote einfacher und besser erreichbar machen; Gründungsbonus für Start-ups; ein unbürokratisches Programm für Berufserfahrene; regionale Anlaufstellen stärken; Wissenschaft und Wirtschaft enger verzahnen. Spezifische zusätzliche Instrumente für einzelne Entwicklungsphasen von Games- und XR-Unternehmen sind bislang nicht vorgesehen, können aus Sicht der SPD aber Ergebnis des Branchendialogs und Teil einer Strategie werden.
AfD Sachsen-Anhalt Bestehende Förderinstrumente evaluieren, besser abstimmen und bei nachweislicher Innovation, Wertschöpfung und Beschäftigungswirkung fortführen; Antragsverfahren vereinfachen und Entscheidungen beschleunigen; Gründungen und die Überführung erfolgreicher Projekte in marktfähige Produkte unterstützen; für Wachstum zusätzlich bessere steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und leichteren Zugang zu privatem Kapital schaffen. Staatliche Förderung soll Anschub leisten, private Investitionen aber nicht dauerhaft ersetzen.

Die Antworten der Parteien im gleichen Vergleichsraster

Strategie & Zuständigkeit

Die Grünen unterstützen eine ressortübergreifende Landesstrategie, eine klar benannte politische Zuständigkeit und einen regelmäßigen strukturierten Branchendialog. Entwicklung, Gründungen, Fachkräftegewinnung und Technologietransfer sollen stärker miteinander vernetzt werden.

Finanzierung & Wachstum

Die Games- und XR-Förderung der MDM sowie Innovations- und Gründungsprogramme sollen langfristig gesichert, besser abgestimmt und bürokratieärmer gestaltet werden. Genannt werden Unterstützung für Gründungen, Prototypenentwicklung und Markteintritt sowie eine bessere Vermittlung zu Wagniskapital und Innovationsförderung.

Innovationstransfer

Die Grünen nennen Reallabore, Modellprojekte und Transfernetzwerke als geeignete Instrumente. Das Vergabegesetz soll so geöffnet werden, dass innovationsfreundliche öffentliche Beschaffung stärker berücksichtigt werden kann.

Hochschulen, Fachkräfte & Gründungen

Games- und XR-relevante Studien-, Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote sollen gestärkt und der Austausch zwischen Hochschulen, Unternehmen und Gründungsszene intensiviert werden. Genannt werden Gründungsförderung, Reallabore, Gründerzentren und Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Kultur & kreative Produktion

Die Grünen sehen die zeitgemäße Umsetzung und Vermittlung von kulturellem Erbe und Kultur zunehmend digital-interaktiv. Diese Entwicklung wollen sie offensiv als Chance aufgreifen und Etats entsprechend umschichten. Unternehmen sowie Entwicklerinnen und Entwickler sollen durch Vernetzung und Kooperationen mit Museen, Hochschulen und Kultureinrichtungen unterstützt werden.

Strategie & Zuständigkeit

Die CDU unterstützt eine ressortübergreifende Landesstrategie, eine politische Zuständigkeit als festen Ansprechpartner innerhalb der Landesregierung und einen regelmäßigen Branchendialog. Games und E-Sport werden ausdrücklich als Wirtschaftsfaktor eingeordnet.

Finanzierung & Wachstum

Die CDU will bestehende Förderprogramme fortführen und gezielt weiterentwickeln. Genannt werden die engere Verzahnung von MDM und Investitionsbank Sachsen-Anhalt, ein erleichterter Zugang zu Wagniskapital sowie passgenaue Darlehen über Landesbürgschaften. Zusätzlich sollen Hochschulen gezielt mit kreativen Start-ups und etablierter mittelständischer Wirtschaft vernetzt werden, um nachhaltiges Unternehmenswachstum zu fördern.

Innovationstransfer

Die CDU will bestehende Transfernetzwerke stärken, kleine Unternehmen, Handwerk und öffentliche Einrichtungen mit der Digitalwirtschaft verbinden und innovationsorientierte öffentliche Beschaffung nutzen. Zudem soll das Mittelstand-Digital Zentrum Magdeburg erhalten werden.

Hochschulen, Fachkräfte & Gründungen

Games- und XR-bezogenen Studien-, Ausbildungs- und Weiterbildungsangeboten räumt die CDU einen hohen Stellenwert ein, verweist bei deren Ausgestaltung jedoch auf die Autonomie von Hochschulen und Berufsorganisationen. Entsprechenden Erweiterungen sowie Gründungen und Unternehmenskooperationen steht die CDU offen gegenüber.

Kultur & kreative Produktion

Die CDU sieht das Kulturfördergesetz als Rahmen für digitale und interaktive Formate. Games und XR werden als Werkzeuge der Kulturvermittlung und als Ausdrucksformen einer zunehmend digitalen Gesellschaft beschrieben; Kreativschaffende, Hochschulen, Kultureinrichtungen und Unternehmen sollen stärker vernetzt werden.

Strategie & Zuständigkeit

Die Linke unterstützt eine ressortübergreifende Landesstrategie, eine klar benannte politische Zuständigkeit und einen regelmäßigen strukturierten Branchendialog.

Finanzierung & Wachstum

Die Linke will die Games- und XR-Förderung der MDM langfristig absichern und bestehende Programme besser verzahnen. Darüber hinaus nennt sie eine stärkere Rolle der Investitionsbank und einen Regional-Investitionsfonds. Eigene zusätzliche Förderinstrumente speziell für Games und XR seien aktuell noch nicht ausgearbeitet.

Innovationstransfer

Die Linke unterstützt Reallabore, Modellprojekte und innovationsorientierte öffentliche Beschaffung. Innovationsgutscheine für kleine Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sollen gemeinsam mit der Branche geprüft werden; bei öffentlicher Beschaffung betont Die Linke zusätzlich digitale Souveränität.

Hochschulen, Fachkräfte & Gründungen

Games- und XR-bezogene Studien- und Weiterbildungsangebote sollen einen angemessenen Platz an Hochschulen haben. Ausgründungen und Unternehmenskooperationen will Die Linke durch eine engere Verzahnung von Forschung, fairen Kooperationen und digitaler Souveränität stärken. Über spezifische Instrumente für Games- und XR-Ausgründungen will sie mit Hochschulen und Branche in Dialog treten.

Kultur & kreative Produktion

Die Linke ordnet Games, XR und interaktive Medien ausdrücklich als eigenständige zeitgenössische Kulturform ein. Öffentliche Kulturförderung soll gesichert und ausgebaut werden; die Vermittlung des industriellen und kulturellen Erbes durch interaktive Medien soll mit Kulturszene und Branche weiterentwickelt werden.

Strategie & Zuständigkeit

Eine Landesstrategie kann aus Sicht der FDP sinnvoll sein, soll jedoch mit konkreten Handlungen verbunden sein. Zunächst priorisiert sie insbesondere die Anpassung und Öffnung der Medienförderung für Games sowie organisch wachsende Strukturen statt politischer Vorgaben.

Finanzierung & Wachstum

Die FDP will Förderprogramme für kleine und junge Unternehmen vereinfachen und zusammenführen sowie Bürokratie und Verwaltungsaufwand reduzieren. Die Medienförderung soll ausgeweitet werden, damit die Games-Branche stärker daran partizipieren kann.

Innovationstransfer

Die FDP betont Netzwerk- und Austauschmöglichkeiten zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Bestehende Angebote sollen etabliert, evaluiert und bei Bedarf angepasst werden. Das Land soll attraktive Rahmenbedingungen schaffen; konkrete Kooperationen und Transfers sollen aus Eigeninitiative entstehen.

Hochschulen, Fachkräfte & Gründungen

Die FDP bewertet das Studienangebot Sachsen-Anhalts als breit aufgestellt und verweist auf stabile Rahmenbedingungen durch Zielvereinbarungen mit den Hochschulen. Für mehr Ausgründungen nennt sie Netzwerk- und Austauschveranstaltungen sowie Bürokratieentlastung in den ersten Unternehmensjahren.

Kultur & kreative Produktion

Die FDP verweist auf das bestehende Kulturfördergesetz und will dessen Entwicklung begleiten sowie bei Bedarf Anpassungen vornehmen, insbesondere um bürokratische Hürden abzubauen.

Strategie & Zuständigkeit

Die SPD will Sachsen-Anhalt als Standort für digitale Wirtschaft, innovative Technologien und kreative Branchen weiterentwickeln und verweist dabei auf die Unterstützung von Hoch- und Spitzentechnologie, IT-Wirtschaft sowie eine engere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Eine eigene ressortübergreifende Landesstrategie für Games, XR und E-Sport oder eine gesonderte politische Zuständigkeit ist im Wahlprogramm nicht ausdrücklich vorgesehen. Die Profilierung des Clusters, den Austausch mit der Branche und die Entwicklung einer entsprechenden Strategie hält die SPD jedoch für sinnvoll.

Finanzierung & Wachstum

Die SPD will Förderangebote einfacher und besser erreichbar machen. Genannt werden ein Gründungsbonus für Start-ups, ein unbürokratisches Programm für Berufserfahrene sowie die Stärkung regionaler Anlaufstellen. Forschung und Wirtschaft sollen enger verzahnt werden. Spezifische zusätzliche Förderinstrumente für einzelne Entwicklungsphasen von Games- und XR-Unternehmen sind bislang nicht vorgesehen, können aus Sicht der SPD aber Ergebnis des Branchendialogs und Teil einer Strategie werden.

Innovationstransfer

Die SPD will den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken und anwendungs- und transferorientierte Forschung in den Mittelpunkt stellen, damit Innovationen schneller in die Praxis gelangen. Konkrete Festlegungen auf Reallabore, Innovationsgutscheine oder eine besondere Beschaffungssystematik für Games- und XR-Technologien enthält das Wahlprogramm nicht.

Hochschulen, Fachkräfte & Gründungen

Die SPD will die Hochschulen als Orte von Bildung, Forschung, Innovation und Transfer stärken, Forschung und Wirtschaft enger zusammenbringen und Gründungen erleichtern. Start-ups sollen durch einen Gründungsbonus unterstützt werden. Eine gesonderte Festlegung auf Games- und XR-Studiengänge ist nicht vorgesehen; relevante Kompetenzen sollen in die allgemeine Gründungs-, Innovations- und Transferpolitik eingebunden werden.

Kultur & kreative Produktion

Die SPD will den Kulturbegriff ausdrücklich auf digitale Angebote wie Computerspiele erweitern und diese in die Kulturförderung einbeziehen. Kulturelle Bildung versteht sie als Bestandteil demokratischer Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Spezifische Programme zur Bewahrung digitaler Spielkultur oder zur Förderung regionaler Games- und XR-Produktionen sind darüber hinaus nicht festgelegt.

Strategie & Zuständigkeit

Die AfD sieht wirtschaftliches Innovationspotenzial in Games, XR und E-Sport und will gute Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen, Gründer und Fachkräfte schaffen. Klare Zuständigkeiten und einen regelmäßigen Austausch mit Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und regionalen Akteuren befürwortet sie grundsätzlich. Eine ressortübergreifende Zusammenarbeit der Landesregierung hält sie für sinnvoll, wenn dadurch Bürokratie abgebaut und Verwaltung effizienter wird. Eine eigene ressortübergreifende Games-/XR-Strategie wird nicht ausdrücklich zugesagt.

Finanzierung & Wachstum

Bestehende Förderinstrumente sollen evaluiert, besser aufeinander abgestimmt und dort fortgeführt werden, wo sie nachweislich Innovation, Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Die AfD nennt einfachere Antragsverfahren, schnellere Entscheidungen, Unterstützung für Gründungen und die Überführung erfolgreicher Projekte in marktfähige Produkte. Für nachhaltiges Wachstum verweist sie außerdem auf steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und einen erleichterten Zugang zu privatem Kapital. Staatliche Förderung soll Anschub leisten, private Investitionen aber nicht dauerhaft ersetzen.

Innovationstransfer

Die AfD will die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Anwendern verbessern. Modellprojekte und Reallabore hält sie für sinnvoll, wenn ein konkreter wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Nutzen nachgewiesen wird und die Projekte zeitlich begrenzt sind. Eine dauerhafte Subventionierung einzelner Technologien oder Branchen lehnt sie ab. Innovationsgutscheine oder innovationsorientierte öffentliche Beschaffung werden nicht konkret aufgegriffen.

Hochschulen, Fachkräfte & Gründungen

Die AfD setzt auf praxisnahe Hochschul- und Berufsbildung und nennt insbesondere Softwareentwicklung, Informatik, Künstliche Intelligenz und Visualisierung. Angebote sollen sich am Bedarf von Wirtschaft und Arbeitsmarkt orientieren. Spezifische Förderprogramme ausschließlich für die Games-Branche bewertet sie kritisch und bevorzugt technologieoffene Wirtschaftsförderung. Hochschulausgründungen sollen durch Bürokratieabbau, bessere Gründungsbedingungen sowie stärkeren Wissens- und Technologietransfer unterstützt werden.

Kultur & kreative Produktion

Games, XR und interaktive Anwendungen betrachtet die AfD vor allem als mögliche Formen der Kultur- und Geschichtsvermittlung. Regionale Entwickler, Kreativunternehmen und Hochschulen sollen im Rahmen bestehender Förderprogramme berücksichtigt werden. Eine Gleichstellung der Games-Branche mit klassischen Kulturinstitutionen sowie dauerhafte Sonderförderstrukturen ausschließlich für Games lehnt die Partei ab. Sie formuliert stattdessen das Ziel einer technologieoffenen Kulturpolitik.

Gemeinsamkeiten der bisherigen Antworten

  • Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Die Linke unterstützen ausdrücklich eine ressortübergreifende Landesstrategie, eine klar benannte politische Zuständigkeit und einen strukturierten Branchendialog. Die SPD hält die Profilierung des Clusters, den Branchendialog und die Entwicklung einer entsprechenden Strategie für sinnvoll, hat eine eigene ressortübergreifende Strategie oder gesonderte Zuständigkeit bislang jedoch nicht programmatisch festgelegt. Aus Sicht der FDP kann eine Landesstrategie sinnvoll sein; sie priorisiert zunächst konkrete Rahmenbedingungen und organisch wachsende Strukturen. Die AfD befürwortet klare Zuständigkeiten und einen regelmäßigen Branchenaustausch; ressortübergreifende Zusammenarbeit hält sie vor allem dann für sinnvoll, wenn sie Bürokratie abbaut und Verwaltung effizienter macht.
  • Alle sechs Antworten benennen die Verbindung von Hochschulen, Wirtschaft, Gründungen oder Netzwerken als relevant für die weitere Standortentwicklung.
  • Beim Innovationstransfer nennen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Die Linke konkrete öffentlich gestützte Instrumente wie Reallabore, Modellprojekte oder innovationsorientierte Beschaffung. Auch die AfD hält Modellprojekte und Reallabore unter Bedingungen für sinnvoll, lehnt jedoch dauerhafte Subventionierung einzelner Technologien oder Branchen ab. Die SPD betont anwendungs- und transferorientierte Forschung sowie eine engere Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft, legt sich aber nicht auf die im Fragenkatalog genannten Instrumente fest. Die FDP setzt stärker auf Netzwerke, Rahmenbedingungen und Eigeninitiative.

Unterschiede in den politischen Ansätzen

Alle sechs Antworten behandeln Games und XR als politisch relevantes Handlungsfeld. Unterschiede zeigen sich vor allem bei den vorgeschlagenen Instrumenten und bei der Rolle, die Land, öffentliche Förderung, bestehende Strukturen und Eigeninitiative dabei übernehmen sollen.

Kulturpolitisch setzen die Parteien unterschiedliche Akzente: Die Linke bezeichnet Games, XR und interaktive Medien ausdrücklich als eigenständige zeitgenössische Kulturform. Die SPD will den Kulturbegriff ausdrücklich auf digitale Angebote wie Computerspiele erweitern und diese in die Kulturförderung einbeziehen. Bündnis 90/Die Grünen wollen digital-interaktive Kulturvermittlung offensiv als Chance aufgreifen, Etats entsprechend umschichten und Entwicklerinnen, Entwickler sowie Unternehmen stärker mit Kultur- und Hochschuleinrichtungen vernetzen. Die CDU betont Kulturvermittlung, Teilhabe und den bestehenden Kulturförderrahmen. Die FDP verweist vor allem auf das Kulturfördergesetz und dessen Weiterentwicklung. Die AfD betrachtet Games, XR und interaktive Anwendungen vor allem als mögliche Formen der Kultur- und Geschichtsvermittlung und setzt auf technologieoffene Förderung innerhalb bestehender Programme; eine Gleichstellung der Games-Branche mit klassischen Kulturinstitutionen sowie dauerhafte Sonderförderstrukturen lehnt sie ab.

Was aus der Synopse offenbleibt

Über die bisherigen Antworten hinweg bleiben insbesondere folgende Fragen nur teilweise konkretisiert:

  • Die Finanzierung der Übergänge von Prototyp und Produktion über Markteintritt bis zu nachhaltigem Unternehmenswachstum wird nur teilweise mit konkreten Instrumenten unterlegt.
  • Der gemeinsame Fragenkatalog nennt Sachsen-Anhalt DIGITAL CREATIVITY ausdrücklich. Keine der sechs bislang eingegangenen Antworten konkretisiert jedoch spezifisch, wie das Programm künftig fortgeführt, weiterentwickelt oder mit anderen Förderinstrumenten verzahnt werden soll.
  • Keine der Antworten legt für alle Übergänge von Studium und Ausbildung über Ausgründung und Unternehmenswachstum bis zu langfristigen Beschäftigungsperspektiven ein vollständig ausformuliertes Maßnahmenpaket vor.
  • Die Antworten unterscheiden sich deutlich darin, wie konkret sie Instrumente für Innovationstransfer und öffentliche Anwendung benennen. Während mehrere Parteien Reallabore, Modellprojekte, Transfernetzwerke oder innovationsorientierte Beschaffung ausdrücklich aufgreifen, bleiben andere bei allgemeinen Transfer-, Netzwerk- und Rahmenbedingungen oder knüpfen die Instrumente an zusätzliche Bedingungen.

Was Games & XR Mitteldeutschland im weiteren Dialog klären möchte

Die folgenden Punkte sind keine Zusammenfassung einzelner Parteiantworten, sondern Themen, die Games & XR Mitteldeutschland aus Branchenperspektive für die weitere politische Diskussion für zentral hält.

  • Eine verlässliche politische Zuständigkeit und ressortübergreifende Koordination für Games, XR und interaktive Technologien.
  • Eine Finanzierungskette, die Gründung und Prototypen ebenso berücksichtigt wie Produktion, Vorfinanzierung, Markteintritt und Wachstum.
  • Eine bessere Verzahnung von MDM-Förderung, Sachsen-Anhalt DIGITAL CREATIVITY sowie Gründungs-, Digitalisierungs- und Innovationsinstrumenten.
  • Mehr Transfer in reale Anwendungen – einschließlich Reallaboren, öffentlichen Pilotprojekten und innovationsorientierter Beschaffung sowie der Frage, wie daraus Referenzprojekte und dauerhafte Nachfrage für regionale Anbieter entstehen können.
  • Stärkere Verbindungen zwischen Hochschulen, Ausgründungen, regionalen Unternehmen und langfristigen beruflichen Perspektiven.
  • Eine Kultur- und Wirtschaftspolitik, die Games und XR zugleich als kreative Produktionen, Kulturgut, IP-basierte Wertschöpfung und Innovationstechnologien berücksichtigt.

Gemeinsame Perspektive mit dem E-Sport

Games, XR und E-Sport wurden in den Wahlprüfsteinen bewusst als miteinander verbundenes digitales Ökosystem betrachtet. Diese GXR-Auswertung konzentriert sich auf Standort-, Unternehmens-, Innovations-, Fachkräfte- und Kulturthemen. Die E-Sport-spezifischen Fragen zu Strukturen, Veranstaltungen, Jugendarbeit und gesellschaftlicher Teilhabe bleiben Bestandteil der gemeinsamen Wahlprüfsteine und können ergänzend separat vertieft werden.

Originalantworten und Fragenkatalog

Für die politische Position einer Partei ist ausschließlich ihre vollständige Originalantwort maßgeblich. Redaktionsstand 24. August 2026: Sechs von sieben angeschriebenen Parteien haben geantwortet; von BSW Sachsen-Anhalt liegt bislang keine Rückmeldung vor. Die ursprünglich erbetene Rückmeldefrist war der 15. August 2026; berücksichtigt wurden alle bis zum Redaktionsstand eingegangenen Antworten.

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